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Lockeres Zahnimplantat? Das ist zu tun!

Ein gelockertes Zahnimplantat kommt sehr selten vor – immerhin sitzen bei guter Pflege nach zehn Jahren noch bis zu 98 Prozent der gesetzten Implantate fest im Mund. Wer jedoch von einer Lockerung des Implantats betroffen ist, für den stellen sich viele Fragen, die wir im Folgenden beantworten wollen.

Aufbau des Implantats – diese Teile können sich lockern

Nicht immer sitzt tatsächlich das gesamte Implantat des Patienten locker. Oftmals ist lediglich der abschließende Zahnersatz oder der so genannte Gingivitis-Former etwas beweglich. In diesen Fällen können Implantologen einfach für Ersatz sorgen oder die bestehenden Komponenten erneut festschrauben. Schwieriger ist es hingegen, wenn tatsächlich die künstliche Wurzel des Zahnersatzes, die eigentlich im Knochen verankert ist, wackelt. In diesen Fällen ist das Implantat offensichtlich nicht vollständig in den Knochen eingeheilt und wird nur noch vom Bindegewebe gehalten. Eine Entfernung ist dann unumgänglich. Ob sofort ein neues Implantat gesetzt werden kann, hängt vom Zustand des Knochens und Zahnfleischs ab.

Muss ich bei einer Implantatlockerung zum Zahnarzt?

Ein lockeres Zahnimplantat ist immer ein Grund für einen Zahnarztbesuch. Mittels Röntgenaufnahme und Digitaler Volumentomographie kann der Implantologe feststellen, welche Bestandteile des Implantats sich gelockert haben. Wer den Zahnarztbesuch scheut, riskiert, dass das gesamte Implantat irgendwann herausfällt. Zugrundeliegende Entzündungen, wie etwa eine Periimplantitis können sich dabei weiter ausbreiten, wenn keine Gegenmaßnahmen erfolgen.

Periimplantitis, Grunderkrankungen & Co: Ursachen für lockere Implantate

Für die Lockerung eines Zahnimplantats gibt es verschiedene Ursachen. Bestand etwa zum Zeitpunkt der Implantation eine kleine Entzündung im Mundraum, kann dies dafür sorgen, dass das Implantat später wackelt und nicht optimal mit dem Knochen verwächst. Auch eine Abstoßungsreaktion des Körpers ist möglich – bei Implantaten aus Titan jedoch sehr selten.

Wesentlich häufiger liegt eine zu frühe Belastung des Zahnimplantats zugrunde. Die künstliche Zahnwurzel braucht bis zu sechs Monate Zeit, um fest mit dem Kieferknochen zu verwachsen. Belastet der Patient die Zahnimplantate in dieser Zeit sehr stark, kann der Einheilungsverlauf in den Knochen aufgrund der Überlastung negativ beeinflusst werden. Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und eine Blutungsneigung sprechen zwar nicht von vornherein gegen Zahnimplantate, jedoch können hieraus Komplikationen entstehen. Diese begünstigen, dass Zahnersatz und  Implantat später wackeln. Die bereits angesprochene Periimplantitis stellt eine Entzündung des Mundraums dar, die besonders häufig dafür, dass  ein Implantat wackelt und ausfällt. In Analogie zur Parodontitis entsteht dabei eine Entzündung des Implantatsbetts sowie des umliegenden Gewebes. Unbehandelt führt eine Periimplantitis zum Verlust eines Zahnimplantats.

Wie läuft eine erneute Implantation ab?

Der Erfolg einer Implantation hängt von mehreren Faktoren ab. Ist bereits ein Implantat ausgefallen oder musste durch Explantation entfernt werden, prüfen Implantologen in der Regel das Zahnfleisch nochmals gründlich auf mögliche Entzündungen. Zusätzlich wird der Kieferknochen mittels Digitaler Volumentomographie und 3D-Röntgenaufnahmen neu vermessen. Vielfach lockern sich Implantate, weil sie bereits im ersten Anlauf nicht optimal gesetzt wurden. Mittels bildgebender Verfahren lässt sich dieses Risiko mindern. Sobald eine mögliche Entzündung ausgeheilt ist, kann das weitere Vorgehen geplant werden. Zeigt sich bereits Knochenschwund, sind Aufbaumaßnahmen am Knochen nötig. Andernfalls findet auch das neu gesetzt Implantat keinen Halt. Individuell angefertigte Bohrschablonen helfen den Implantologen beim Einsetzen des neuen Zahnimplantats.

Der Zahnersatz des alten Implantats kann unter Umständen erneut auf das Implantat geschraubt werden – dafür müssen die Komponenten jedoch perfekt aufeinanderpassen. Andernfalls kann sich der Zahnersatz des Patienten erneut lockern.



Was Patienten tun können, damit sich das Implantat nicht lockert

Sie als Patient können maßgeblich zum Erfolg der Behandlung beitragen. Besprechen Sie Vorerkrankungen jeglicher Art vor der erneuten Implantation mit Ihrem Arzt. In vielen Fällen ist bei guter Medikamenteneinstellung das Einsetzen von Zahnimplantaten möglich. Direkt nach der Implantation sollten sich Patienten an die Anweisungen des Implantologen halten und eher weiche Nahrungsmittel zu sich nehmen. So vermeiden sie eine Überlastung von Gewebe und Knochen. Zusätzlich ist es wichtig, die Implantatkontrollen wahrzunehmen und die Zahnimplantate auch zu Hause stets gut zu pflegen. So entfernen Sie bakterielle Beläge und verhindern eine Periimplantitis.

In unserer zahnärztlichen Praxis entscheiden unsere erfahrenen Implantologen Dr. med. Gahlert und Dr. med. Röhling individuell das Vorgehen bei lockeren Zahnimplantaten. Dabei stehen Ihre Fragen und Anliegen sowie eine rasche Versorgung mit einem Zahnersatz im Vordergrund. Ist ein Knochenaufbau notwendig, beraten wir unsere Patienten auch hierzu umfassend.